Kleeblattpflücken in Fürth

Ein Kleeblatt das bringt Glück,

in jedem Blatt ein Stück.

Vier sind es an der Zahl:

Je eins für Liga, CL und Pokal –

Und eins  ist für die Fanmoral.

 

Nach Trier und Rielasingen in den vergangenen beiden Jahren wartet nun ein Gegner anderen Kalibers auf die Borussen. Die Kleeblätter aus Fürth sind seit gut zwanzig Jahren – mit einem einjährigen Ausflug nach oben – stabiler Bestandteil der zweiten Liga und sicherlich einer der schwersten Gegner, wenn nicht der größte Brocken, der in der Pokalauslosung für die Clubs der oberen Hälfte zu haben war. In der Relegation 2014 scheiterten die Fürther gegen den beinah unabsteigbaren HSV im Kampf um die Teilnahme an der BuLi. In der Vorsaison erklommen die Fürther die Spitzenposition in der ewigen Tabelle der Zweiten Liga, kämpften aber – trotz am Ende erzielter 40 Punkte – bis zum Schluss gegen den Abstieg und landeten am Ende auf Rang 15 knapp über den Abstiegsrängen.

 

Der BVB hat zum Pflichtspielauftakt eine passable Vorbereitung mit 5 Siegen, zwei Niederlagen und einem Unentschieden hinter sich. Beim Doppeltest mit den Spielen gegen Zürich und Neapel an einem Tag nutzte Borussias neuer Fußballlehrer Favre erstmals die eher ungeliebte Breite seines Kaders, um neue Aufschlüsse zu gewinnen. Und in der Tat: Jacob Bruun Larsen, Rückkehrer vom VFB Stuttgart, gelang es an diesem Tag mit einem Dreier, aber auch in der gesamten Vorbereitung, Fans, Fachpublikum und wohl auch die Trainer zu überzeugen. Fürth wäre die ideale Partie für ein Pflichtspiel-Startelf-Debüt beim BVB gewesen. Leider erlitt er eine Fußverletzung, so dass sich sein Einsatz um ca. zwei Wochen verzögern wird. Die – trotz des aufgebläht erscheinenden Mannschaftskörpers von 29 Spielern – noch unbesetzte etatmäßige Position des Sturmführers wird daher vermutlich Maximilian Philipp besetzen, dem Sportdirektor Zorc 15-18 Pflichtspieltore zutraut – und er sich selbst auch. In Franken wird der Berliner Gelegenheit haben aufzuzeigen, dass diese Erwartungen nicht unbegründet sind.

 

Im offensiven Mittelfeld ist der neue Kaptän Marco Reus gesetzt, der bereit scheint für eine verletzungsfreie Saison und dafür, zu zeigen, dass in Deutschland an ihm niemand vorbeikommt. Im Zusammenspiel mit dem (hoffentlich vollständig) genesenen Götze und dem vielleicht in der letzten Saison für die Schwarzgelben auflaufenden Pulisic können diese drei ein Feuerwerk entzaubern, dass glauben lässt Houdini, David Copperfield und Harry Potter stünden auf dem Spielfeld. Sieht man sie am Montag gemeinsam auf dem Platz?

 

Im defensiven Mittelfeld wird Delaney zeigen können, dass er die gegnerische Offensive das Fürchten lehrt, noch ehe sie in der Verteidigung angekommen ist. Damit ist der ’Agressive Leader‘ beim BVB um eins nach vorn gerückt. Für die Position daneben scheint Axel Witsel fest gebucht. Das Pokalspiel aber kommt wohl für einen Startelf-Einsatz des Belgiers zu früh, so dass wohl Mo Dahoud Gelegenheit erhalten wird, sich in den Vordergrund zu spielen.

 

Auf den defensiven Außenpositionen starten Ex-Mannschaftsführer Schmelzer und der neue Vize-Kapitän Piszczek in die vielleicht letzte Saison als Stammspieler für die Dortmunder Borussia. Innen werden Akanji und Diallo versuchen, das Erbe so prominenter Namen wie Hummels und Sokratis anzutreten.

 

Ein Königstransfer ist zu Beginn der neuen Saison – wo abzusehen, dass ein richtiger Brecher für den Sturm wohl nicht mehr verpflichtet wird – nicht zu erkennen – aber vielleicht ist es gerade das: Dass kleine Drehen an den Stellschrauben, dass den BVB nach einer halbwegs vergeigten Saison wieder zurück in die Erfolgsspur bringt. Vielleicht erweisen sich in Summe die Verpflichtung von Sammer und Kehl, von Witsel und Delaney, und die Rückkehr von Bruun Larsen als der Königstransfer für diese Saison. Jedenfalls die beiden ersten stehen dafür, einen starken Zweitligisten wie Fürth mit zwei Pflichtspielen in den Beinen nicht zu unterschätzen, aber sich auch nicht bange machen  zu lassen.

 

Dass Fürth in seiner einzigen Bundesligasaison die einzige Mannschaft war, die je ohne Heimspielsieg blieb sollte uns ein besseres Omen sein als die Erstrundenniederlage nach vorangegangenem Pokalsieg 1990.

Die Kirsche tippt: 0:3

 

So könnten sie spielen:

 

Bürki; Schmelzer – Akanji – Diallo – Piszczek; Delaney – Dahoud; Reus –Götze – Pulisic; Philipp

 

Text: Ingo Berchter Fotos: Christopher Neundorf (Titelbild), David Inderlied


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