El Clasico? War da was?

Macht der BVB im Vorfeld des Clasico mit der Verpflichtung des EX-BVB-Profis, Ex-BVB-Trainers und EX-Sportvorstand beim FCB, Matthias Sammer auf Ablenkung?

Unter ungewöhnlich normalen Umständen trifft der FC  Bayern  am Ostersamstag auf einen der vielen lästigen Mitbewerber aus der nationalen Liga: Die Dortmunder Borussia. Zwar steht der BVB um einen Platz besser als vor einem Jahr. Damals allerdings stand man im Pokalhalbfinale, hatte das Viertelfinale in der CL erreicht und stand sieben Punkte vor der Hertha auf dem vierten Tabellenplatz. Und ‚nur‘ 15 Punkte hinter dem Abonnementsmeister.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               
Nicht nur das es  heuer schon 18 Punkte sind: Nein, die Mannschaft, die der BVB in dieser Saison auf den Platz schickt ist nicht wieder zu erkennen, vergleicht man sie mit der vorjährigen. Selbst zu Saisonbeginn angesichts vielbestaunten Startserie des BVB waren doch dem, der sich getraute genau hinzusehen, die massiven Schwächen in der Defensive unübersehbar und waren etliche Erfolge der Dortmunder dem Unvermögen ihrer Gegner geschuldet, diese Schwächen auszunutzen.                                                                                                                                                                                             

Hat die Borussia noch Ziele?

Nein, der BVB scheint in dieser Saison nicht in der Lage Spiele zu dominieren,  auf der Basis einer grundsoliden Abwehr, über ein höchst kreatives Mittelfeld hin zu einem zwingenden Sturm. Zugegeben, das Benderschlappen-Halbfinale wurde durchaus auch mit Glück gewonnen – aber  zugleich bot die Borussia gegen die Liga-Schickeria eine herausragende Leistung zu der sie so in dieser Saison außer vielleicht in der ersten Halbzeit im Hinspiel gegen Gelsenkirchen nicht in der Lage war.

Gleichwohl  ist die Stimmung am Westfalendamm bemerkenswert ruhig, wohl auch angesichts  der Tatsache, dass die Schwarzgelben unter Stöger zumindest noch kein Bundesligaspiel verloren haben. Es erscheint möglich, dass der BVB mit Stöger verlängert, wenn sein Team in München nicht untergeht, im Derby mindestens ein Unentschieden holt und am Ende auf Platz vier landet – eine Performance, die  vor 12 Monaten als Katastrophe gegolten hätte.                                                                                                                                                                                  

Lässig oder Fahrlässig?

Die Fans dürfen gespannt sein, zu was die entspannte Haltung reicht, mit der die Macht des Ruhrgebiets nach Bayern reist. Fehlt die Anspannung im Fight, dann kann es morgen ein Desaster geben – andererseits kann eine lässige Herangehensweise die Talente zur Geltung bringen, die noch immer  in diesem Kader stecken: Kampfkraft und Abwehrbereitschaft der kompletten Elf, Ideenreichtum und  geniales Umschaltspiel, sowie Chancenproduktion am Fließband. 

So könnten sie spielen:

Vidal  und Bernat kamen verletzt aus der Länderspielpause zurück, aber der Kader der Münchner verkraftet solche Ausfälle mühelos, zudem dürften sowohl Robbery wie auch Hummels und Lewandowski auf dieses Spiel heiß wie Frittenfett sein. Beim BVB schafft es Reus noch nicht wieder ins Team – das ist entweder für Schürrle die Riesenchance, Richtung WM und Richtung Borussia Dortmund ein deutliches Zeichen zu setzen und mit seiner Agilität Breschen in die Bayernabwehr zu schlagen – oder es ist ein spielentscheidender Verlust für das Team. Auch Toprak ist noch nicht wieder soweit, neben den bekannten Längerverletzten.

FC Bayern München: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Müller, Martínez, Thiago - Robben, Lewandowski, Ribéry 
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Sokratis, Schmelzer - Pulisic, Dahoud - Götze, Weigl, Schürrle - Batshuayi

Einen 5er setzen?

Was also wird es in der Münchner Arena zu sehen geben? Ein mühsames 1:1 vermutlich nicht – eher ein 5:1 ... oder ein 0:3. Ich würde den Fünfer, wenn ich einen hätte, auf den überraschenden, aber nicht unmöglichen Auswärtssieg setzen  - womit die Dortmunder Probleme nicht behoben wären, aber ein Signal gesetzt wäre, dass das Potential dieses Kaders nicht untergegangen ist, sondern auf die richtige Weise abgerufen werden muss.

Mia san mia? Nö, BVB Sammer ...

Die Verpflichtung des EX-BVB-Profis, Ex-BVB-Trainers und EX-Sportvorstand beim FCB dürfte vor dem Spiel für mehr Brisanz sorgen als das Duell selbst. Sind wir also neugierig wie sich das auf dem Platz, auf den Tribünen und bei den Großkopferten der Szene auswirkt.


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