Wichtig einen Dreier zu machen

Nee, das war zuletzt so gar nichts. Drei Unentschieden gegen mittelmäßige Ligaklubs sieht nicht aus wie der Weg direkt in die Champions League. Und jetzt auch noch nach Köln….

Lassen wir den ganzen persönlichen Kram über die Rückkehr von Peter Stöger ins ach so geliebte Köln einfach mal weg. Das sollte ihn ja nicht dazu bringen, seine Mannschaft, die Borussia, extra schlecht einzustellen und so eine Niederlage einzukalkulieren. Vielleicht verirrt er sich zunächst in die falsche Kabine, schon allein der Gewohnheit wegen. Aber am Siegeswillen lässt Stöger keinen Zweifel: „Wir brauchen die drei Punkte, um unsere Ziele zu erreichen“, sagte er auf der Pressekonferenz. Pause also für die Liebe!

Dass die Gastgeber die drei Punkte mindestens ebenso dringend brauchen ist auch klar. Noch immer Tabellenletzter und noch ein Stückchen weg, vom sicheren Ufer. Doch der FC hat in diesem Jahr noch nicht verloren. Zwei Siege und ein Unentschieden haben die ärmliche Zwischenbilanz der ersten Saisonhälfte ein bisschen aufpoliert. „Die haben ihre Organisation wiedergefunden“, weiß Stöger und warnt vor dem Umschaltspiel und vor allem vor den langen Bällen. Und in den letzten Jahren seit dem letzten Wiederaufstieg hat sich der FC als harte Nuss erwiesen. Nur eines der letzten sieben Spiele konnte der BVB gewinnen. Das dann aber gleich mit 5:0 in der desaströsen Hinrunde der Kölner. Das war die erste Niederlage von Stöger gegen den BVB, hoffentlich gibt es jetzt den ersten Sieg für Stöger gegen Köln. Für die Statistikgläubigen gibt es aber auch noch ein bisserl Zucker: Zwischen 2004 und 2012 konnte Köln in elf Spielen nicht gewinnen und holte nur ein Unentschieden. Diese Serie startete im Februar …

Endlich Schluss mit Diskussionen

Der Trainer ist zumindest froh, dass das Transferhickhack endlich ein Ende hat. Ruhe sei im Team. Und alles sowieso gut. Er ist sicher: „Alle wissen, was wir erreichen wollen.“ Ob der Leiharbeiter  Michy Batshuayi das auch schon weiß, hat niemand gefragt. Doch der junge Belgier will in jedem Fall spielen und treffen, damit er vielleicht noch zur WM und im Sommer zurück zu Chelsea darf. Ob Batshuayi am Freitagabend ran darf, ließ Stöger noch offen. Er schätzt ihn als fleißig und giftig ein, mit einer guten Quote im Abschluss und er passe gut zur eigenen Spielidee. Also genau das, was in den letzten Wochen gefehlt hat. Also wäre es nicht unwahrscheinlich, dass Michy direkt spielen darf.

Vermutlich wieder nur auf der Bank ist dagegen der Schweizer Manuel Akanji, den Stöger eigentlich für zu schade für die Bank hält. Auf der anderen Seite mag die halbwegs erfolgreiche Abwehr aber auch nicht ohne Not umbauen. Doch so richtig in die Karten gucken lassen wollte sich der Österreicher sowieso nicht. Einzig die Abwesenheit von Schmelzer ist sicher. Wer sonst kicken darf, werden wir erst kurz vor dem Anpfiff wissen.

Wer auch immer dann schwarzgelb auflaufen wird, soll in jedem Fall die Fehler der letzten Spiele vermeiden. „Wir kommen zu selten in den gefährlichen Bereich“, hat auch Stöger bemerkt. Der Zug zum Tor fehle und das soll vor allem schon im Spielaufbau besser gemacht werden. Direktes Spiel ohne viele Umwege fordert der Trainer – und natürlich die drei Punkte.

Köln braucht auch die Punkte

Die wird es aber so einfach nicht gehen. „Mit breiter Brust“, gehen die Köln nach Aussage von Trainer Ruthenbeck ins Spiel. Und – hört, hört, - man wolle in jedem Fall drei Punkte einfahren. Den BVB sieht er zwar nicht in der Krise, Ruthenbeck glaubt aber in der Liga könne jeder jeden außer den Bayern schlagen – also eben auch der Tabellenletzte Köln den BVB. Der Ex-Dortmunder Bittencourt fehlt. Der andere Ex-BVB-Kicker Jocic dagegen hat in den letzten Wochen seine besten Leistungen in Köln gezeigt. Dass er bereits für die Kölner in Dortmund getroffen hat sei nur am Rande erwähnt.



In jedem Fall ist der Westklassiker ein echter Reißer. Die Hütte wird voll sein und beide Mannschaften wollen hoffentlich auf Sieg spielen. Da kann man als Fan nur hoffen,  dass die Kölner nicht den Freiburger zu sehr zugesehen haben. Denn die haben einfach hinten den Laden dicht gemacht und schon war die BVB-Herrlichkeit vorbei. Da muss einfach mehr kommen, es war irgendwie in allem zu wenig.

Trotzdem fahren wieder tausende schwarzgelbe Fans nach Müngersdorf, um die Mannschaft nach vorn zu treiben und hoffentlich mit drei Punkten nach Hause zu kommen.

Opens window for sending emailAndreas Römer, 1.2.2018




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