Die mit den Wölfen tanzen werden

Der Tabellendritte der Fußballbundesliga gegen den Tabellenzwölften heißt es am Sonntag (18:00 Uhr) wenn der BVB nach der Winterpause den VFL Wolfsburg im Westfalenstadion empfängt. Beide hatten sich im südspanischen Marbella auf die anstehenden Aufgaben in der Rückrunde vorbereitet und ihre jeweiligen Testspiele siegreich überstanden. Die Trainingsstätten waren dann wohl auch Orte der gegenseitigen "Spionage".
"Leistungen vermehrt in Siege umwandeln", heißt es trocken auf der Internetseite beim VFL Wolfsburg. Und weiter: „Wir sind bereit für dieses Spiel. Die Pause war sehr kurz, die Spieler haben dadurch aber auch nicht so viel verloren und hatten schnell den Wettkampfmodus drin." Zudem wird Trainer Martin Schmidt zitiert: "Die Stimmung ist gut, die Motivation ist sehr hoch und es wird fokussiert gearbeitet – das sind beste Voraussetzungen, um in Dortmund zu punkten."




Weiterhin sieht er im System der Dortmunder keine großen Änderungen, seit Peter Stöger Chef an der Seitenlinie der Borussia ist. Er erwartet den BVB weiterhin sehr offensiv und will die Marschrichtung eher auf Konterfußball legen.

Nachdem sich die Wölfe im Trainingslager Spanien in den Testspielen gegen Dresden und St. Pauli durchsetzen konnten, fühlt man sich gewappnet für den Besuch im Westfalenstadion. Personell wird den Grünweißen Ignacio Camacho, John Anthony Brooks und ein alter Bekannter Jakub Blaszczykowski fehlen. Stürmer Mario Gomez hatte die Wolfsburger ja Richtung VfB Stuttgart verlassen und war wohl die letzte Gallionsfigur, die vom einstigen hochbezahlten Kader noch übriggeblieben war. Nun ist man auch, wie beim BVB, auf der Suche nach dem unumstrittenen Leader.

Der Wandel, der sich durch den gesamten Verein gezogen hat, ist damit wohl abgeschlossen und man versucht nun mit geringeren finanziellen Mitteln und der eigenen Jugendarbeit den neuen VFL zu erschaffen. Für Neuzugang Renato Steffen vom FC Basel kommt die Partie in Dortmund wohl noch zu früh.




Auf Seiten der Borussia ist man mit gemischten Gefühlen nach Dortmund zurückgekehrt. Der verfrühte Aufbruch aus dem spanischen Marbella wegen wiedriger Platzverhältnisse und neun Spielern, die wegen einer Magen-Darm Erkrankung am Trainingsbetrieb nicht teilnehmen konnten, waren zuviel des Guten. Mittlerweile sind aber alle Erkrankten wieder annähernd fit, sodaß "nur" noch Schmelzer, Guerreiro, Philipp, Reus, Rode und Larsen gegen die Wölfe  fehlen werden.

Viele Erkenntnisse hat Trainer Peter Stöger daher nicht mitgebracht und muss den Hauptteil seiner Arbeit auf die nun folgenden Wochen verteilen, die wenigstens keine Englischen sind. Zumindest wurden viele Gespräche mit den Spielern geführt und der Ex-Kölner Trainer hatte Gelegenheit am Gruppengefüge zu arbeiten.

Die Prämisse für die Defensive soll lauten "die Null muss stehen". Dies soll in der nächsten Zeit im Fokus stehen. Die Balance aber zum gut und reichlich besetzten offensiven Teil der Mannschaft muss dabei aber erhalten bleiben. Auf der Suche nach der Stabilität der Abwehr ist man in den Testspielen noch keine großen Schritte weitergekommen.




Auch auf der Transferliste hat sich rund um den BVB noch nicht viel getan. Daher mussten sich die Medien auf eher nebensächliche Schauplätze wie z.B. das Verhalten eines Pierre Emeric Aubameyang, der wohl gegen die westlichen Verhaltensmuster innerhalb des Mannschaftsgefüges verstößt, stürzen. Immerhin scheint jetzt Bewegung in die Neuverpflichtung von Manuel Obafemi Akanji zu bewegen. Wie verschiedene Medien berichten, soll der schweizerische Abwehrspieler für knapp 20 Millionen vom FC Basel an den Borsigplatz wechseln. Abwarten, ob er die teils eklatanten Abwehrschnitzer ausbügeln kann.

Aus Fansicht geht es momentan eher weniger um das aktuelle Spiel, sondern um die kommende (Heim)partie gegen Augsburg. Es wird ja bekanntlich das erste Montagsspiel für den BVB sein und wirft seine Schatten voraus. Das Bündnis Südtribühne (www.suedtribuene-dortmund.de), das aus 38 Fanclubs besteht dem unter anderem die Ultragruppierungen angehören, hat angekündigt, dem Spiel aus Protest gegen die „irrwitzige Entwicklung der Anstoßzeiten“  fern zu bleiben.




Aber am Sonntag solls ja jetzt erstmal wieder losgehen. Stöger wird wohl seiner bisherigen Taktik treu bleiben und erstmal wieder auf die bewährte Formation setzen. Den ungeliebten Zustand, dass ein Verein aus der Nachbarstadt mit G in der Tabelle vor uns steht, soll möglichst schnell behoben werden. Dafür sind aber drei Punkte Pflicht und der BVB tut gut daran, sich gegen die gut zum Kontern aufgelegten Wölfe zu wappnen. Vorne wird Aubameyang seine Torausbeute hoffentlich wieder erhöhen, wie er ja schon in den Testspielen angedeutet hat.

So könnten sie spielen:

Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan – Weigl – Götze, Kagawa – Yarmolenko, Aubameyang, Pulisic

Auf der Bank: Weidenfeller, Bartra, Durm, Subotic, Zagadou, Sahin, Dahoud, Isak, Schürrle, Sancho

Fraglich: niemand
Es fehlen: Schmelzer, Guerreiro, Philipp, Reus, Rode, Larsen

VfL Wolfsburg: Casteels, Verhaegh, Bruma, Uduokhai, Tisserand, Guilavogui, Arnold, Gerhardt, Didavi, Malli, Origi

Auf der Bank: Grün, Menzel, Itter, Jung, Knoche, William, Bazoer, Brekalo, Ntep, Rexhbecaj, Stefaniak, Dimata, Hinds, Osimhen

Fraglich: Bruma, Steffen

Es fehlen: Brooks, Blaszczykowski, Camacho


Oliver Römer, Bilder: Archiv - 12.01.2017



















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