Ein Sieg muss her – egal wie

Ein Endspiel für Peter Bosz. Mal wieder. Richtungweisend sei das Heimspiel gegen Werder Bremen, sagt der holländische Trainer selbst. Und eigentlich könnten die Vorzeichen nicht besser sein für die Borussia, sich den ganzen Frust mal von der Seele zu schießen. In den letzen Jahren hingen die Trauben hoch für die Grün Weißen von der Weser im Westfalenstadion. Im April 2007 konnte man das letzte Mal drei Punkte entführen.


Diesmal aber stehen die Vorzeichen etwas anders, auch wenn die Schwarzgelben nach der knappen Niederlage in Madrid immer wieder gebetsmühlenartig die tolle Leistung gegen die schwächelnden Madrilenen in der zweiten Hälfte des Champions League Spiels hervorheben. Wie vor Angst pfeifende Kinder im dunklen Wald wirkt das für mich.




Oder war das jetzt wirklich die Befreiung aus dem Abwärtsstrudel. Das neue System im 3-4-3 verspricht  mehr Sicherheit und die Spieler selbst hatten es unter der Woche gewünscht und es war wohl auch Tenor in den vielen Unterredungen der letzten Wochen. Man will auch nicht mehr so hoch stehen wie zu Beginn der Saison. Ist da doch ein Umdenken möglich und eine langfristige Systemanpassung an die Fähigkeiten der Mannschaft in Dortmund? Keine sture Verteidigung des 4-3-3?

Vorfreude auf Dortmund

Das wiedererstarkte Team aus Bremen hingegen ist nach den Heimsiegen gegen Hannover und Stuttgart voller Vorfreude und gibt sich angriffslustig. Ein Vergleich der Stürmer Aubameyang und Kruse wird sogar angestellt. Man freut sich auf die tolle Atmosphäre und gibt sich optimistisch sich ein Scheibchen von dem Kuchen abzuschneiden, der in den letzten Wochen, Spiel für Spiel von unserer Borussia den Gegnern freimütig angeboten wurde.

Eine neue Idee vom Spiel und ein neuer Teamgeist hat in Bremen Einzug gehalten und unter Neutrainer Florian Kohlfeld, dem Nachfolger von Alexander Nouri herrscht Aufbruchstimmung. Der Jahrgangsbeste aus dem Jahre 2015 der Trainerakademie und ehemaligen Torwart der dritten Mannschaft hat den Grün-Weißen neues Leben eingehaucht. Ähnlich wie Bosz steht auch er für einen offensiven und attraktiven Fußball.  Auch wenn man letzte Saison durch ein 3:4 am 34. Spieltag die Qualifikation für die Europa League knapp verpasste, oder gerade deshalb, will man jetzt die sich bietende Chance nutzen, im Westfalenstadion den nächsten Schritt zu machen um auch einmal auswärts zu punkten.

Allerdings ist die Elf von der Weser noch sehr abhängig von Max Kruse mit seiner Torgefährlichkeit und Zlatko Januzovic mit seinen gefährlichen Standards. Im Tor steht als großer Rückhalt in dem Neuzugang Jiri Pavlenka ein Torhüter der sich mittlerweile bei den gegnerischen Stürmern einen Namen als Großchanceverhinderer gemacht hat.




Aber zurück zu den Mannen von Peter Bosz. Ich mag es mir gar nicht ausmahlen wenn am Samstag Abend doch wieder ein Herr Schmelzer vor die Kamera tritt und sich die nächste Niederlage oder selbst ein Unentschieden nicht erklären kann und (täglich grüßt das Murmeltier) fürs nächste Spiel wieder mit markigen Worten Taten verspricht.

Ist es jetzt endlich soweit, können wir am Samstag einen positive Trend in die richtige Richtung mit drei Punkten in der Tabelle ablesen. Wenn ich mir die ersten Minuten gegen Real in Erinnerung rufe, kann ich mir nur schwer vorstellen wie ein Sieg gelingen soll. Allerdings die Einstellung und das Aufbäumen bis zum 2:2 Ausgleich gibt doch einen kleinen Funken Hoffnung den ich aber schnell und angstvoll aus den Erfahrungen der letzten 2 Monate wieder erlöschen sehe.

Zeit wärs den berühmten Bock umzustoßen, denn die nächsten Spiele gegen Hoffenheim und Mainz werden mit Sicherheit nicht einfacher und die in der Tabelle aufgerückte Konkurrenz schläft ja bekanntlich nicht am Baum. Und noch ist der Abstand zu den gewinnträchtigen, internationalen Plätzen ja nicht so groß.




Trainer Peter Bosz ist in der Abwehrkette mittlerweile variabler geworden und mit welchem System er spielt, Hauptsache die Philosophie stimmt und die Positionen sind besetzt. Offensiv und spektakulär.

Als großen Hoffnungsträger für die nächste Zeit sehe ich Neven Subotic, der nicht nur mit seiner Erfahrung sondern auch mit seinem Standing in der Mannschaft ein weiterer Leader sein könnte, wenn er denn öfter das Vertrauen des Trainers bekommen würde. Auch der mittlerweile umstrittenen Piere-Emeric Aubameyang scheint sein Lachen wiedergefunden zu haben und könnte nach seinen beiden Treffern gegen Real ein Hoffnungsträger werden. Es muss nur endlich ....




Aber das hatten wir ja schon zu oft. Mir gehts nur so langsam auf den Nerv, das jedes Spiel von Bosz in den letzten Wochen, das letze sein soll und zum Schicksalsspiel hochtituliert wird. Auch wenn die Partien gegen Bremen in den letzten Jahren bei Klopp und Tuchel ihre letzten waren. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.


Oliver Römer, Bilder: Archiv





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