Breitenreiter, Held, Kind und Kegel

Für den kommenden Gegner heißt es Pokal abhaken und Fokus wieder auf die Liga richten. Vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund zieht die Partie ihren Reiz ausgerechnet durch die sportliche Führung der „Roten“, die mit André Breitenreiter und Horst Heldt geschasste Schalker aufweist.

Zum wiederholten Mal schieden die 96er in der 2. Pokalrunde aus. Präsident und 50+1-Gegner Martin Kind, findet das "gewöhnungsbedürftig" und "würde gern mal ein paar Runden weiter kommen". Doch Kontinuität und Konstanz fehlen.

Michael Esser stand beim unglücklich verlorenen Niedersachsen-Duell in seinen ersten Pflichtspiel-Einsatz im Tor. 96-Trainer Andre Breitenreiter hatte das so begründet: "Er hat sich das durch tadellose Leistungen verdient". Der vor der Saison vom SV Darmstadt 98 gekommene Keeper ist bisher die Nummer zwei hinter Philipp Tschauner und es dürfte gegen den Bundesliga-Spitzenreiter sicher wieder zum Tausch der beiden zwischen den Pfosten kommen.

"Ich wollte frische Kräfte bringen“

Trainer Andre Breitenreiter hatte rotiert und sechs neue Spieler in die Startformation befördert. Die Feldspieler Miiko Albonrnoz, Oliver Sorg, Manuel Schmiedebach, Sebastian Maier und Ex-Borusse Marvin Bakalorz bekamen die Möglichkeit, sich für die Stammformation zu empfehlen. "Ich wollte frische Kräfte bringen und finde, dass die Jungs, die reingekommen sind, ihre Sache ordentlich gemacht haben", rechtfertigte sich der 96-Coach. Doch insgesamt drängte sich keiner der sechs Neuen für einen Startelfeinsatz gegen Borussia Dortmund auf.

Zusätzliche Unruhe verursachte gestern dann noch ein Medienbericht der „Hürriyet“, wonach Besiktas Istanbul laut Interesse an Kenan Karaman haben soll. Der 23-jährige Offensivspieler hat bei Hannover 96 noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018, doch der Deutsch-Türke läuft diese Saison seiner Form hinterher – nicht ein Treffer gelang dem Linksaußen bisher.

Bei den Schwarzgelben gab es ähnliche Verlautbarungen aus dem Boulevard: „Wechsel-Wirbel um Schürrle! Flieht der Weltmeister im Winter?“, stand da zu lesen. Ok, im letzten Sommer wechselte André Schürrle (26) für unfassbare 30 Mio. Euro(!) von Wolfsburg zum BVB, um unter Ex-Trainer Thomas Tuchel endlich wieder zu alter Form zurück zu finden. Die Realität sieht anders aus: „Schü“ quälte sich von einer Verletzung zur nächsten, verpasste so 32 Spiele in 1,5 Jahren und kann eben so wenig zufrieden sein, wie der Club.



Auch Sebastian Rode hat wohl keine glorreiche Zukunft mehr bei Borussia. Der erst 26-Jährige leidet aktuell an einer Stressreaktion am Schambein, die ihn zur Untätigkeit verdammt. Seine Rückkehr kann keiner prognostizieren, es dauert aber wohl noch einige Wochen. Im BVB-Mittelfeld ist die Konkurrenz für Rode ohnehin zu stark. Der wiedererstarkte Sahin, aber auch Weigl, Castro, Dahoud, Götze und Kagawa sind keine Laufkundschaft. Auch ihm würde ein Wechsel nicht schaden.

Neven Subotic bleibt meist außen vor

Zwar stand Neven Subotic in Frankfurt aus der Not geschuldet erstmals seit über anderthalb Jahren wieder in der BVB-Startelf. So beliebt „Subo“ in Dortmund auch ist, so wenig Chancen hat er sportlich. Sokratis, Bartra, aber auch Toprak und Zagadou liegen in der Hierarchie klar vor dem Publikumsliebling. Immer wieder wird kolportiert, dass einige Vereine an Subotic interessiert sein sollen. Ein Abgang ist deshalb wahrscheinlich und „Susi“ Zorc wird ihm keine Steine in den Weg legen.

In der Liga hakte es beim BVB zuletzt nach grandiosem Start und sechs Siegen und einem Unentschieden in den ersten sieben Spielen an den vergangenen beiden Spieltagen etwas: Daheim gegen RB Leipzig setzte es eine unnötige wie unverdiente Niederlage und auswärts in Frankfurt brockte sich das Team nach einer 2:0-Führung das zweite Unentschieden der Saison ein.

Deshalb will die Mannschaft von Peter Bosz dem 5:0 in Magdeburg weiteren Aufwind verleihen. Bundesliga-Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang dürfte wohl wieder zur ersten Elf gehören, obwohl Alex Isak (Foto rechts) durchaus zu überzeugen wusste. Christian Pulisic steht ebenso wieder bereit. Auch „Mo“ Dahoud hatte Glück im Unglück, denn dessen Röntgen-untersuchung noch am Ort des Geschehens legt ihm keine Steine in den Weg für einen Einsatz.  

Der letzte Heimsieg der Niedersachsen gegen den BVB datiert übrigens vom 18.09.2011 aus der Meistersaison 2011/2012. Am 6. Spieltag sah der Gast aus Dortmund bereits wie der sichere Sieger an der Leine aus, als die zu gemächliche Gangart mit einem Doppelschlag binnen 120 Sekunden mit dem 1:1 durch Haggui (87.) und dem 2:1 durch Ya Konan (89.) böse bestraft wurden. Lang, lang ist’s her.


Opens window for sending emailPeter Hoffmann, Fotos: Getty Images - 27.10.2017





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