Wo ist Dembélé - "Papa" Bosz: "Wir müssen erst reden"

Wenn Borussia Dortmund am Samstag in Freiburg zur ersten Runde im DFB-Pokal gegen den FC Rielasingen Arlen aufläuft, wird der vom FC Barcelona stark umworbene Ousmane Dembélé definitiv fehlen. Nicht etwa weil er verletzt ist, sondern ihn die sportliche Führung bis zum Wochenende suspendiert hat.

Dembélé war heute morgen beim Training nicht da, "Ganz ehrlich ich habe keine Ahnung warum nicht, wir haben versucht ihn zu erreichen, es ist nicht gelungen", so Trainer Bosz: "Ich hoffe, dass nichts Schlimmes passiert ist." Auf Nachfragen wollte er sich nicht weiter an Spekulationen beteiligen, ob es denn mit dem kolportierten Wechsel nach Spanien zu tun hat, Bosz wollte erst einmal versuchen, mit dem Spieler zu sprechen.



Von Dembélé ist es ein Gebaren, dass man schon von seinem Wechsel aus Stade Rennes nach Dortmund kennt. Einen Tag vorher war er laut Bosz in Paris bei seinen Freunden. Gestern, in einem Gespräch mit dem Trainer, hätte er nicht über Probleme oder einen Wechsel gesprochen.

Eine im Anschluss an die PK um 15:59 Uhr vom Verein herausgegebene Ad-hoc-Meldung hatte einen momentanen Wechsel als "nicht überwiegend wahrscheinlich" verneint, da das Angebot von Barca als zu wenig werthaltig erachtet werde. Von Michael Zorc war zu erfahren, dass der Umworbene offenbar bewusst gefehlt beim Training hatte und sich wohl in Dortmund aufhalten würde (entgegen anderslautenden Berichten). Dies hatte dann die sportliche Leitung und den Trainer veranlasst, ihn bis nach dem Pokalspiel vom Trainings- bzw. Spielbetrieb zu suspendieren.

Schürrle - ein Mann für den Kader

Zum Glück gab es auch noch ein paar Informationen zum anstehenden Pokalspiel: Mario Götze und Andre Schürrle hätten beide diese Woche mittrainiert, wobei Götze noch nicht so weit sei wie Schürrle. "Bei Mario gehen wir Schritt für Schritt und versuchen momentan weiter, Götze noch aus Zweikämpfen herauszuhalten", so Bosz. Schürrle hat das komplette Training absolviert und ist bereit - zumindest für einen Kaderplatz. Ansonsten hätte sich an der Situation der langfristig Verletzten nicht viel verändert.

Nach vielen Jahre Erfahrung muss man bei jedem Training überprüfen wie weit man ist: "Manchmal geht es einen Schritt nach vorn und zwei wieder zurück", sagt Bosz. Mit dem bisher Erreichten sei er aber zufrieden, so der Holländer, "Aber wir sind noch lange nicht da, wo wir hinwollen." Er versucht die Mannschaft seriös auf den Sechstligisten vorzubereiten, mit Respekt wolle man dem südbadischen Pokalsieger entgegentreten. "Wir müssen aber nach uns selbst gucken und es gut machen." Der Pokal sei wie in jedem anderen Land eine Möglichkeit, einen Preis und Titel zu gewinnen: "Wir wollen so weit wie möglich kommen."




Die Favoritenrolle nimmt der BVB ohne mit der Wimper zu zucken an. "Von Anfang an voll da sein" ist das Idealbild, das Bosz auch in diesem Spiel ausgibt, er wolle nicht dem Spiel hinterherlaufen. Die Gefahr bestehe in solchen Spielen, nicht genug fokussiert und konzentriert zu sein. Er erinnerte an die Verletzung von van Basten in einem eben solchen Pokalspiel, der dann mit 28 Jahren seine aktive Karriere beenden musste.

"Weide" hütet die Bank

Die Frage nach einem extra Pokaltorhüter wie noch unter Tuchel wurde verneint: "Es spielt der, der immer spielt", hieß es nur kurz und schmerzlos. Keine Not sehe er in der Innenverteidigung trotz der Verletzten, dafür hätte sich ja in den letzten Wochen durch gute Leistungen Niklas Beste aus der eigenen Jugend angeboten. Man bräuchte nicht noch auf dem Transfermarkt tätig werden, da man ja eine gute Nachwuchsarbeit hat.Wir sind gespannt, ob die Mannschaft ihren Aufwärtstrend fortsetzen kann und ob weitere Episoden rund um Dembélé oder einen Anderen folgen. Ich freue mich jedenfalls darauf, wenn es endlich wieder darum geht, das Runde ins Eckige zu bekommen und es wieder heißt: "Gib mich die Kirsche".


Oliver Römer, Bilder: Archiv - 10.08.2017



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