Folgt nach dem Kraftakt nun die vermeintliche Pflichtaufgabe?

Nach den unschönen Vorkommnissen beim Spiel gegen RB Leipzig und dem Pokal-Krimi gegen die Hertha aus Berlin, kommt das Spiel bei den 98ern schon fast herrlich „entspannt“ rüber. Man fährt zum Tabellenschlusslicht der Liga. Bei jeglichem Respekt gegenüber des SVD, aber vom Papier her muss ein Auswärtssieg des BVB schon quasi als Pflichtaufgabe angesehen werden. Aber, wer unsere Borussia dieses Jahr bislang verfolgt hat, der weiß, dass nicht alles immer so kommen muss, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht.

Die Ausrichtung ist klar!

Ohne lang drumherum zu reden. Der BVB muss, um die CL-Qualifikation nicht aus den Augen zu verlieren, in Darmstadt gewinnen. Punkt. Ausrufezeichen! Das sollte mit dem derzeit angestellten Personal wohl durchaus möglich sein. Dumm nur, dass die Gastgeber quasi ums nackte Überleben kämpfen. Immerhin sind es jetzt schon satte sieben Punkte bis zum rettenden Ufer, bzw. dem Tabellenplatz 15. Soll heißen, die Darmstädter haben nicht viel Spielraum, was die Aufholjagd angeht. Die muss also umgehend gestartet werden, auch wenn der Gegner Borussia Dortmund heißt.

Alte Bekannte & neue Gesichter

Als „Rettungsschwimmer“ am Böllenfalltor wurde ein alter Bekannter engagiert. Thorsten Frings ist seit der Winterpause der neue Chefcoach bei den Darmstädtern. „Lutscher“, wie er in seiner aktiven Zeit auch gerne genannt wurde, spielte zwei Jahre (2002-2004) beim BVB. Seine bisherige Bilanz? Sehr ernüchternd! Lediglich einen Punkt konnte er bislang mit seinen Jungs einsacken. Ein weiterer Neuzugang zum Ende der Transferperiode war Hamit Altintop. Nach knapp sechs Jahren, und solch namentlichen Stationen wie Real Madrid und Galatasaray Istanbul, soll der mittlerweile 34-jährige, für eine gewisse Stabilisation im Team von Frings sorgen. Erfahrung für diese Mission hat er wohl genug in seiner Laufbahn sammeln können.

Von der könnte u.a. auch Stürmer Terence Boyd profitieren. Der US-Amerikaner spielte von 2011 bis 2012 beim BVB und wurde in den letzten beiden Begegnungen eingesetzt. Blieb aber bislang ohne Torerfolg. Ob auch ein neues Gesicht an diesem Spieltag sein Bundesligadebüt feiern wird, steht noch in den Sternen. Alexander Isak, der 17-jährige Neuzugang aus Schweden, wurde als Ersatz für Ramos verpflichtet. Bislang erschien es Thomas Tuchel noch zu früh, den Youngster in den Kader zu berufen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit von Spiel zu Spiel, dass das Ausnahmetalent zum Einsatz kommt.

Mit Disziplin und Teamgeist die Überraschung schaffen!

Was die taktische Ausrichtung angeht, da ließ Frings keine Zweifel offen. „Es wird sehr schwer für uns. Wir müssen uns darauf gefasst machen, wenig Ballbesitz zu haben. Aber, wir wollen dennoch aus einer guten Ordnung spielen und situativ gefährlich werden“, ließ er die Medienvertreter am Donnerstag auf der PK wissen. Gute Ansätze sah er schon in Frankfurt beim Derby. „Ich hoffe das wir uns von der Geschlossenheit, vom Einsatz her wie in Frankfurt präsentieren. Das ist die Basis für uns. Wir können nur mit dem Teamgeist und Willen dagegenhalten. Und da kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, so Frings weiter.

Zurück zur Rotation

Thomas Tuchel wird wahrscheinlich nach den 120 Minuten gegen Berlin rotieren müssen. Immerhin sind mit Schmelzer, Reus, Ginter und Piszczek gleich vier Spieler angeschlagen. Was die Erwartungshaltung vor diesem Spiel betrifft, da spricht Thuchel schon fast mahnende Worte. „Gerade in diesen Spielen, wo scheinbar vorher schon die Ausgangslage klar ist, tun wir uns besonders schwer“, merkte der Coach an. „Es wird wohl eher eine mentale Aufgabe auf uns zu kommen. Wir selbst, aber auch das Umfeld erwartet in diesen Spielen ein klares Ergebnis. Davon müssen wir uns frei machen“, setzte Tuchel fort.

Roman Bürki erwartet zudem ein intensives und kampfbetontes Spiel. „Dort müssen wir sicherlich bereit sein, zu kämpfen“, mahnte der BVB Keeper direkt nach dem Pokalspiel am Mittwoch. Wer meint, Tuchel würde schon mit einem Auge auf den Valentinstag...sorry, auf das Achtelfinal-Hinspiel in Lissabon schauen und so die Aufstellung evtl. danach ausrichten, wurde auf der PK auch eines besseren belehrt. „Das Spiel in Lissabon spielt zu null Prozent eine Rolle für die Aufstellung in Darmstadt. Wir werden mit dem bestmöglichen Team in Darmstadt antreten“, so Tuchel.

Dann bleibt ja nur zu hoffen, dass die 11 Mann auf dem Platz auch wieder mal eine bessere Chancenverwertung hat. Dort sieht der Coach deutlich Luft nach oben. Er vermisse die „allerletzte Überzeugung, den Ball über die Linie zu drücken“ und rügt direkt weiter „das man zu fahrlässig mit den riesengroßen Chancen umgegangen sei“. In diesem Bereich müsse das Team zulegen. Dem gibt es nichts entgegenzusetzen. 

Mathias Laßauer, Fotos: Archiv - 10.02.2017





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