„Wenn wir schon verlieren, dann sinnvoll“

Nach dem die Hamburger nun zweimal zu Gast in Dortmund waren, wurden nun die Jungs und Mädels in Schwarz und Gelb in der Hansestadt Willkommen geheißen, um wieder gemeinsam die alte Freundschaft der beiden Vereine weiter zu vertiefen. Die mittlerweile zu einer kleinen Tradition gewordenen Treffen der bunten Schar alter und neuer Kuttenträger der HSV + BVB Freunde, traf sich diesmal anlässlich des Spiels der Westfalen in der Hansestadt am 22. Februar 2014. Hier unser Bericht. Vor dem Spiel traf man sich zum „Aufwärmtraining“ ab 11.15 Uhr im geschichtsträchtigen "Max & Consorten" am Spadenteich 1, dass einst von dem stadtbekannten Heilpraktiker Max Schönke nur wenige Schritte vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt ins Leben gerufen wurde, wo die „Krawattenfront“ ihre Gäste aus dem Westen bereits mit Guinness, Astra, Jever, Duckstein und einer gehörigen Portion Tatendrang empfing. Als dann endlich gegen 12 Uhr (plus X) der Bus mit den stets gut gelaunten Mädels und Jungs von Schwerte-Ergste ankam, stieg der Stimmungspegel schlagartig.

Nach dem Spiel ging es dann in der „Nachspielzeit“ weiter in der Pinte „Die Drossel“, einer typisch  alten Hamburger Bierkneipe, die es auch schon Jahrzehnte gibt. Mitten in Barmbek, an der Drosselstraße, unweit der Fuhlsbütteler Straße und ebenfalls nur gut und gerne etwa 15. Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Dass dort bei den Hanseaten die deutlich bessere Prognose für einen schönen Abend erwartet werden konnte, war von der Ergebnis-Konstellation vorgegeben. Doch weit gefehlt. Die Dortmunder ließen sich nicht hängen, sondern feierten mit Inbrunst sich und ihre Freunde. Die Hamburger wiederum bedankten sich artig für die gewährte Bluttransfusion, die dem Bundesliga-Dino wieder Hoffnung auf den Klassenverbleib und damit weiteren tollen Treffen unter Freunden erlaubt. Inmitten der von Zigarettendunst durchzogenen Räumlichkeiten saßen sie da in der Ecke, diskutierten, kungelten und tauschten Aufnäher. Mit am Tisch sitzt auch Fabian, den alle nur als „Borsti“ kennen, der schon über 100.000 Kilometer für BVB und Nationalelf durch die Welt gereist ist, und ein vorzeigenswertes Prunkstück einer Kutte, bzw. eines Kuttenmantels besitzt.

Immer wieder werden an diesem Tag die Väter dieser wieder belebten alten – aber in die Jahre gekommenen – Fanfreundschaft angesprochen auf die tolle Reanimation. Bernd Stürmer von der „Krawattenfront“ und Michael Bolte von „No Limits“ aus Neheim schildern gern, welchen Stellenwert „gestickte Aufnäher“ dabei gespielt haben, die sie – mangels realen Kontakten – in der Regel beim Onlineauktionshaus „ebay“ für ihre ollen Kutten erstanden. Im Nu entstand so ein erweiterter Bedarf im jeweiligen Freundeskreis und das „alte Dingen fing wieder an zu wachsen“, wie beispielsweise Manfred Weiß, den alle nur „Manni“ rufen, von den Dortmunder Revierfreunden verriet. Auch Stefan Kaiser, Präsi des fast 32-jährigen HSV-Fanclubs „Schwarz-Gelb“ (Bild oben) mitten aus Hamburg schilderte völlig happy, wie er – dem Zeitgeist trotzend – immer und zu jeder Zeit an dem mit Bedacht gewählten Fanclubnamen festhielt. Zu sensationellen Szenen kam es rund um Uwe Seeler‘s Bronze-Fuß im Altonaer Volkspark in der Sylvesterallee am Volksparkstadion. Dort steht eine Nachbildung des Fußes des HSV -Fußballidols (1946 bis 1972 Mittelstürmer beim Hamburger SV) im Maßstab 1:20 in den Ausmaßen von 3,5 Höhe x 2,3 Tiefe x 5,15 Metern Breite und einem Gewicht von mehreren Tonnen. Am Samstag waren dort zahlreiche Kerzen, Blumen und HSV-Devotionalien drapiert worden zu Ehren von Hermann Rieger, dem ehemaligen Kult-Masseur, der im Alter von 72 Jahren verstarb. Mit schlechter Laune hatte man diesen Menschen nie erlebt und so waren viele an diesen Ort gekommen, um sein Andenken zu bewahren. So auch die Kutten beider Lager. Dort angekommen, rollte Michael Bolte das inzwischen bestens bekannte Banner mit der Aufschrift: „HSV und BVB – eine Freundschaft, die nie endet“ (siehe Bild) aus, was viel Beifall erhielt. Als dann noch das dazugehörige Lied angestimmt wurde, kamen immer mehr Anhänger beider Clubs dorthin und stimmten spontan mit ein in altbekannte Lieder. Ein Gänsehautgefühl, dass letztendlich nur noch nach dem Schlusspfiff getoppt werden konnte. Da nämlich marschieren die Dortmunder mit den Hamburger Kutten geschlossen und furchtlos mit dem Hauptstrom der heterogenen HSV-Anhängerschaft in Richtung Haltestelle Stellingen, schwenkten jene erwähnte Freundschaftsfahne und skandierten lautstark mehrmals: „Dortmund und der HSV“, was zur Überraschung aller – wohl auch befeuert durch den klaren Heimsieg der Gastgeber – von vielen Rautenträgern mitgesungen wurde. Auf jeden Fall wurden zahlreiche Handys gezückt und diese sensationelle Momentaufnahme eingefangen. Gut möglich, dass es eben doch ein solides Fundament für das Überleben dieser alten Freundschaft gibt, die nach dem Wiederaufstieg des BVB in den 70ern ihren Ursprung nahm und fast bis zum Ende der 80er eine stabile Verbindung im Bundesligazirkus darstellte. Die etwa 300 Freunde auf beiden Seiten werden sie jedenfalls weiterpflegen, diese Freundschaft, die eben nie endet!

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailHolger W. Sitter, Christopher Neundorf (Fotos), 23.02.2014
Ansprechpartner:
HSV:  Bernd Stürmer  (0178 20 55 492) Bernd.Stuermer@kabelmail.de
BVB:  Michael Bolte (0171 74 77 436)  michael-bolte@gmx.de Siehe dazu auch:
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