Ein Pils für Reif. Ohne Schaum, aber mit viel Bohei

Okay. Dein – wirklich schick anzuschauender Mantel, soweit ich das aus einer Entfernung von gut 25 Metern Entfernung beurteilen konnte – wurde mit alkoholfreiem Bier besudelt. Auch Deine Frisur litt marginal. Doch seit nunmehr zwei Tagen lese ich in fast sämtlichen Online- und Printpublikationen vom „zweiten Gewaltakt innerhalb einer Woche“ gegen Dich und Deine Person:  Du ganz allein Aug‘ in Aug‘ mit der geifernden, hasserfüllten gelbschwarzen Meute die – glaubt man Deinen Worten – offenkundig kurz davor war, Dich beim BVB-Pokalspiel in Dresden in den Gästeblock zu zerren. Um Dir mal so richtig die Fan-Meinung zu geigen.
Mensch, Reif! Geht’s noch? In Wahrheit hast Du doch – nachdem der erste Schreck zügigst verdaut war – selbst den dicken Maxe gegeben und bist in die Offensive gegangen. Wohl wissend, dass Deine Frisur von einem  – blitzschnell herbeigeschafften – überdimensionierten Schirm wohl behütet, und Dein Leib‘ und Leben durch ein halbes Dutzend umherstehender Security-Leute bestens abgeschirmt wurde. Bleiben wir ehrlich: Letztlich hast Du Dir mit der handvoll beteiligten Bubis auf dem Zaun (den großen Rest im Gästeblock interessierte das Geschehen um deine Person  ja nun mal schlichtweg nicht....) ein zweiminütiges nonverbales Scharmützel geliefert.  
Damit wäre die Sache eigentlich erledigt gewesen. Aber als alter Hase im Fußball-Showbiz weißt Du natürlich genau, wie die Mechanismen funktionieren, und wie Du das Thema in ganz eigene Bahnen lenken kannst. Dafür spielst Du nun nun mal in einer anderen Liga, als der vermeintliche Pöbel auf dem Zaun. Während Du nun in jeder (Sport-)Gazette „Thema Nummer 1“ bist, liefern die acht Bubis aus dem Block nur noch die Statistenrolle – zumindest bis zum nächsten Bundesliga-Wochenende, wenn es wieder um Tore, Taktik und die (Vize-)Meisterschaft geht.
Eins noch: Dass der Becherwerfer anschließend von einem seiner Ultra-Buddies mit einem „High five“ – soll heißen: „Haste gut gemacht“ – abgeklatscht wurde, ist mir tatsächlich fast so bitter aufgestoßen, wie der Sturm im Blätterwald, den Du nun – in Deiner Opferrolle – um Dich herum entfacht hast. Und wahrscheinlich genau so genießt, wie ich für mich ein gutes Dortmunder Pils!

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailMarc Steinert - 05.03.2015


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