BVB gegen FCB: Spektakel garantiert!

Am Wochenende steigt das Bundesliga -Topspiel schlechthin im Westfalenstadion. Das medial immer mehr zum deutschen „Clasico“ hochgehypte Gipfeltreffen steht an – oder anders ausgedrückt: Borussia Dortmund empfängt den FC Bayern München. Die Rivalität beider Teams reicht dabei weit zurück. Spätestens seit den 1990er Jahren ist ordentlich Pfeffer drin in den Aufeinandertreffen. Es geht einerseits um viel Prestige und immer noch um die Maxime: David (der verhältnismäßig "arme" Ruhrpott-Klub) gegen Goliath (den großen reichen FCB), der einem auch schonmal das Herz rausreißen kann...



DIE KRISCHE schaut zurück auf einige emotionale Begegnungen und bietet eine Auswahl der letzten beiden Dekaden – natürlich ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

 19.10.1990 – 2:3-Sieg in München


Am 13. Spieltag der Saison 1990/91 waren die Machtverhältnisse klar verteilt. Der Rekordmeister gespickt mit deutschen Nationalspielern, die den WM-Titel in Italien geholt hatten, traf auf einen BVB, der zu dieser Zeit gerade mal nur Mittelmaß darstellte (am Ende Platz zehn). Das Team um Horst Köppel galt als krasser Außenseiter im Olympiastadion. Augenthaler, Kohler, Reuter (beide da noch in Rot) und Co. schienen in der Abwehr übermächtig. Jedoch tat sich der Favorit lange schwer gegen die Westfalen. Erst in der 70. Spielminute traf Stefan Effenberg – damals in seiner ersten Spielzeit beim FCB – zur Führung und alle dachten, das war’s.

Doch nun schlug die Stunde der Dortmunder. Innerhalb von sechs Minuten drehten die Schwarzgelben die Partie und Köppel wechselte mit Jürgen Wegmann den Sieg ein. Nur neun Minuten nach dem Rückstand erzielte BVB-Libero Thomas Helmer, den Ausgleich (79.). Nur zwei Zeigerumdrehungen später brachte die eingewechselte „Kobra“ den BVB nach Vorlage von Stürmer Flemming Povlsen die 2:1-Führung (81.). Doch die Dortmunder hatten nicht genug. In der 85. Minute war es Wegmann der den Dänen Povlsen anspielte, der die dritte Kiste für die Gäste machte.

Die Bayern konnten in der Person von Olaf Thon nur noch den Anschlusstreffer mit der Schlusssirene erzielen (90.). Der sensationelle Sieg war Borussias beste Saisonleistung. Wegmann sagte, ein wenig euphorisiert vom Sieg, vollmundig: "Wir können Meister werden". Am Ende der Spielzeit stand sie auf einen Tabellenplatz mit einer eins vorne, doch war dahinter leider eine Null.


10.04.1992 – BVB düpiert Bayern zweimal

Dicker Knatsch im Vorfeld: Als Uli Hoeneß erfahren hatte, dass BVB- Abwehrspieler Thomas Helmer (Bild) eine Ausstiegsklausel für ausländische Klubs besaß, bot er dem AJ Auxerre ein Geschäft an. Die Franzosen sollten Helmer für drei Mio. Mark kaufen und ihn dann „billig“ an Bayern weitertransferieren. Der Deal flog auf, es gab Widerstand und Bayern muss regulär 7,5 Mio. Ablöse blechen. Auf dem Platz glückt dem BVB allerdings dann der große Coup. Innerhalb einer Spielzeit siegte man zweimal gegen die Roten aus dem Süden – jeweils mit 3:0. Zu Saisonbeginn übernahm Ottmar Hitzfeld das Zepter bei den Dortmundern, die in die Mannschaft investierten und unter anderem den Schweizer Stéphane Chapuisat von Bayer Uerdingen verpflichteten, der bei den Schwarzgelben einschlug wie eine Bombe.

Beim Rückspiel in der Saison 1992/93 schoss der BVB die Bayern vor heimischer Kulisse regelrecht ab und sorgte für die Entlassung von Trainer Søren Lerby. Ausgerechnet Michael Rummenigge, der Bruder der beim FCB spielenden Nationalstürmers, erzielte in der 20. Minute nach Vorarbeit von Povlsen den Führungstreffer. Nach der Halbzeit legte der Ur-Dortmunder Michael Zorc den Ball auf Thomas Frank, der sein erstes Saisontor am 32. Spieltag machte. Es war seine erste Bude im Dress des BVB überhaupt.

Den Schlusspunkt setzte "Chapi" mit dem 3:0. Es war der 17. Saisontreffer des Ausnahmestürmers, der am Ende der Spielzeit  20 Tore auf dem Konto hatte. Die Dortmunder verpassten am letzten Spieltag in einem dramatischen Schlussfinish denkbar knapp die erste gesamtdeutsche Meisterschaft um 4 Minuten. Als Vizemeister spielte man in der darauffolgenden Saison im UEFA Cup, wo man bekanntlich – personell total ausgeblutet – erst im Finale gegen Juventus Turin scheiterte.


01.10.1995 – Meister siegt im Topspiel


Der Spielplan sah vor, dass es bereits am 8. Spieltag zum Aufeinandertreffen der dominierenden Teams der 1990er kam. Der BVB ging als amtierender Meister in die Partie. Doch die Situation war mehr als nur bekannt: Der FCB führte die Tabelle da schon mit 7 Punkten Vorsprung vor den Dortmundern an.



Ausgerechnet der Ex-Bayer Stefan Reuter sorgte durch seinen Elfmeter für die Führung des BVB vor eigenen Fans (41.). Kurz nach der Pause glichen die Bayern in Person von Christian Nerlinger, dem gebürtigen Dortmunder, der später ebenfalls für den BVB spielte, aus. Nach einem überragend getretenen Freistoß von Ruben Sosa konnte der BVB erneut in Führung gehen (79.). Mit der linken Klebe zimmerte der kleine Uruguayer den Ball unhaltbar für Oliver Kahn in den linken Winkel. Nur 180 Sekunden später erhöhte Michel Zorc per direkter Volleyabnahme in den Knick zum 3:1-Endstand. Der Borussen konnten mit diesem Sieg den Abstand auf vier Zähler verkürzen.

Am Saisonende standen Hitzfelds-Mannen vor dem großen FCB und konnten somit ihren Meistertitel aus dem Vorjahr verteidigen. Am 34. Spieltag waren es sechs Zähler Vorsprung vor dem Rekordmeister. Mit dem erneuten Titelgewinn war der BVB an der Teilnahme an der Champions League berechtigt. In der drauffolgenden Spielzeit (1996/97) stand am Ende ein historischer Erfolg – CL-Sieger.

19.04.1997 – Die 120 Sekunden-Party

In der Bundesligasaison 1996/1997, genauer gesagt am 28. Spieltag trafen die beiden Kontrahenten im Dortmunder Westfalenstadion vor 55.000 Zuschauern aufeinander. Schiedsrichter Alfons Berg aus Konz (der mit dem schwatten Schnäuzer) nahm in den ersten drei Minuten die Pfeife quasi nicht aus dem Mund, denn Karlheinz Riedle sorgte bereits in Minute 2 für das frühe 1:0. Doch noch war der Jubel in der Süd nicht abgeebbt, netzte Ruggiero Rizzitelli keine 60 Sekunden später per Kopf zum Ausgleich ein. Dabei blieb es bis zum Ende.



Neben wiederum sechs gelben Karten (Andreas Möller , Wolfgang Feiersinger – Christian Nerlinger, Christian Ziege, Lothar Matthäus und Mario Basler), gab es  für die von Giovanni Trapattoni trainierten Bajuwaren wenig zu ernten beim späteren Champions League –Sieger. Allen in Erinnerung geblieben sind allerdings die von nahezu allen gebrüllten Gesänge, von denen mir einer noch im Ohr haftet, als wäre es gestern gewesen: „Mario Basler… Du bist ein ganz großes Arschloch…“

03.04.1999 – Wie im Kino


Diese Partie hatte alles, was einen Actionfilm a la Hollywood haben muss: Kampfszenen, Bisse und Tränen. Die Partie wird auch heutzutage immer wieder in Rückblicken gezeigt. Der Hauptdarsteller: FCB-Torhüter Oliver Kahn.  Die Szene: Chappi wurde mit einem langen Ball in die Spitze geschickt. Die Aktion wurde aufgrund von Abseits abgepfiffen. Nichts Spektakuläres? „Kung-Fu-Kahn“ kam aus seinem Tor gelaufen und setzte zum Karate Kick an. Das derzeitige Symbol im Bundesligalogo ist dieser Szenerie augenscheinlich nachempfunden! Doch als wäre dies nicht genug gewesen, machte der „Titan“ bei einer weiteren Situation erneut von sich reden. Nach einem hohen Ball fing der Schlussmann den Ball in der Luft kurz vor der Torlinie ab. Heiko Herrlich, der ebenfalls hochgesprungen war, drückte den Bayern-Keeper nur sanft über die Torlinie. Der frühere Karlsruher schuppste den BVB-Stürmer erst energisch weg, bevor er dann, erinnert an ältere Vampir-Filme, Herrlich in den Hals zu beißen versuchte.



Ach ja, Fußball wurde auch gespielt. Ausgerechnet das Bissopfer brachte die Schwarzgelben auf die Siegesstraße zur Halbzeit. Nach einem Fehler von Kahn netzte Herrlich per Abstauber zum 1:0 ein (13.) und erhöhte in der 30. Spielminute auf 2:0. Für die Bayern wurde es richtig bitter. Noch vor der Pause sah Kuffour, dem die Nerven versagten, Rot. Nach der Halbzeit drehte der spätere Meister nochmals auf. Kurz nach Wiederbeginn flog Reuter ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. Die Bayern konnten durch Zickler (58.) und Jancker (63.), nach einem Billard-Tor, zu Ausgleich kommen. Lars Ricken hätte die Partie zu Gunsten des BVB per Elfmeter entscheiden können. Doch der andere Ur-Dortmunder scheiterte ausgerechnet an Kahn, der sich endlich auch mal sportlich auszeichnen konnte – und nicht nur als Filmkenner.

07.04.2001 – Rekordverdächtiges Kartenfestival

TV-Kommentator Marcel Reif brachte es anschließend auf den Punkt: „In diesem Spiel gibt es nichts, was es nicht gibt“, lautete seine Analyse. BVB gegen Bayern am 28. Spieltag der Saison 2000/01 hatte in der Tat mit einem herkömmlichen Fußballspiel nichts mehr zu tun. Es hagelte 13(!) Gelbe Karten: Bixente Lizarazu (7.), Samuel Osei Kuffour (16.), Giovane Elber (31.), Jens Jeremies (36.), Thomas Linke (42.), Stefan Effenberg (53.), Hasan Salihamidzic (54.), Mehmet Scholl (76.), Oliver Kahn (82.), Willy Sagnol (89.) für Bayern, Otto Addo (31.) und Sunday Oliseh (38.) für den BVB bzw. – Lizarazu (35.), Effenberg (55.) und Evanilson (90.) flogen gar vom Platz. „Effe“ tat sich beim Abgang besonders gütlich hervor. Nach einer glattroten Karte wegen eines üblen Ellenbogenchecks gegen Dede, verabschiedete er sich mit Handküssen in die Luft in Richtung Osttribüne vom aufgebrachten Dortmunder Publikum. Fußball gespielt wurde zwischenzeitlich übrigens auch. Die Partie endete 1:1 durch Treffer von Roque Santa Cruz (6.) und dem umjubelten Ausgleichstreffer von Fredi Bobic (52.).


09.11.2002 – Der Riese im Tor


Wer dachte, dass es kaum mehr verrückter geht, wird rasch eines Besseren belehrt. Am 12. Spieltag der Saison 2002/03 reiste der BVB als amtierender deutscher Meister ins Olympiastadion nach  München. Die Partie begann auch durchaus positiv für die Schwarzgelben. Stürmer Jan Koller brachte den BVB durch seine Hacke in Führung (7.) – wenn auch ein wenig unfreiwillig. Der Tscheche legte per Kopf auf Marcio Amoroso, der von der Strafraumgrenze abzog. Sein Schuss wurde von der Hacke des Hühnen unhaltbar für Kahn in den Winkel abgefälscht. In einer erneut intensiven Partie musste Dede bereits in der 36. Spielminute ausgewechselt werden, da er kurz vor einem Platzverweis stand. Ein anderer übernahm diese Rolle: Neu-Borusse Torsten Frings musste wegen wiederholten Foulspiels dann noch vor der Halbzeit (41.) unter die Dusche. Dumm, denn erst zwei Minuten zuvor (39.) hatte er die Gelbe Karte gesehen.

Die Bayern kamen wütend aus der Kabine und drehten die Partie innerhalb von vier Minuten. Erst traf Roque Santa Cruz zum Ausgleich (62.), bevor Claudio Pizarro die 2:1-Führung erzielte (66.) – allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position (auch damals waren die Schiedsrichter in München immer schon stark beeindruckt). Dies brachte BVB-Schlussmann Jens Lehmann dermaßen auf die Palme, dass er Schiedsrichter Michael Weiner einige Takte dazu sagte. Dieser verwies den Tormann unverzüglich des Feldes, der bereits verwarnt war. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dortmunder bereits dreimal gewechselt, sodass nun noch ein Feldspieler in den Kasten musste.

Die Wahl fiel auf den 2,03-m-Stürmer und Torschützen Koller. Ausgerüstet mit Lehmanns Trikot und Handschuhen stellte sich der Tscheche für die letzten 25 Minuten ins Tor. Und prompt bekam er was zu tun. Pflückte souverän zwei Flanken ab, hatte ein wenig Glück bei Lizarazus Lattentreffer und hielt in der kurz vor Schluss sogar einen Gewaltschuss von Michael Ballack fest. Dennoch unterlag der BVB am Ende unglücklich.

26.01.2007 – Der tragische Held: Alex Frei


Zum Rückrundenauftakt der Saison 2006/07 reiste der Rekordmeister in den Pott. Die Ausgangssituation war deutlich: Die Bayern (3.) spielten um den Titel mit – wurden am Ende Vierter hinter Stuttgart, Schalke und Bremen – und der BVB (9.) befand sich aktuell im Mittelmaß. Doch die scheinbar unterlegenden Borussen starteten mit einem Paukenschlag. Der Schweizer Alex Frei besorgt nach einer Sahne-Flanke die Führung. Die Antwort der Roten fiel umso heftiger aus. Daniel van Buyten (25.) und Roy Makaay (42.) drehten die Begegnung und stellten sie auf den Kopf.

Doch der BVB, der von für kurze Zeit von Jürgen Röber trainiert wurde, schlug noch einmal zurück und dies furios.  Wie schon beim ersten Treffer der Schwarzgelben war es Frei, der nach Dedes Vorlage einnetzte (57.). Nur zwei Minuten später besorgte Tinga die erneute Führung für den BVB – die Partie war damit wieder auf den Kopf gestellt worden. Diesmal war es der Doppelttorschütze, der den Treffer initiierte. In der 73. Spielminute musste der „Man oft he Match“ Frei verletzungsbedingt vom Platz. Die Punkte blieben dennoch in Dortmund.

12.09.2009 – Herbe Schlappe aus dem nichts

Und wieder einmal ein Start nach Maß. In der 11. Minute köpfte ausgerechnet der Ex-Münchener Mats Hummels den Führungstreffer nach einem Freistoß von Nuri Sahin. Doch in der Folge erlebte der BVB ein Debakel. Noch vor der Halbzeit traf Gomez ebenfalls per Kopf zum Ausgleich (36.) – jedoch stand der Angreifer hier hauchdünn im Abseits.

Nach der Halbzeit gingen die bis dahin bärenstark aufspielenden Borussen vor eigenem Publikum regelrecht baden.  Bastian Schweinsteiger zog mal eben aus rund 20 Meter ab und sein Schuss zappelte zur Überraschung aller im Dortmunder Netz (49.). Doch dies war nicht der letzte Distanzschuss, der sich ins Tor von Roman Weidenfeller verirrte. Frank Ribery baute mit seinem Kunstfreistoß die Führung auf 3:1 aus (65.). Dann folgten die Müller-Festspiele. Erst in der Halbzeit eingewechselt schnürte der damals 19-Jährige einen Doppelpack – mehr sogar: Er erzielte sein erstes Bundesligator. Randbemerkung: Auch der müllerische 5:1-Treffer war ein Distanzknaller, denn der BVB-Keeper hatte nicht seinen stärksten Tag erwischt.  

Der Rekordmeister fügte dem BVB die höchste Heimniederlage der Bundesliga-Geschichte zu (mit demselben Ergebnis siegte Werder Bremen in der Abstiegssaison 1971/72 in Dortmund) und keiner der Anwesenden wusste so recht, wie das passiert war. Am Saisonende standen die Bayern jedoch nicht an der Tabellenspitze. Magaths Wolfsburger holten die Meisterschale.

11.04.2012 – Entscheidung in der Meisterschaft


Der Spielplan brachte am 30. Spieltag eine gehörige Portion Drama und Finalstimmung in die Meisterschaft. Vier Spieltag vor Toreschluss kam es zum Gipfeltreffen der beiden Tabellennachbarn im Westfalenstadion. Vor der Partie hatte der BVB drei Zähler Vorsprung vor den Bayern. Nichts geringeres als die Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft stand auf dem Spiel.

Beide Teams spielten taktisch routiniert und diszipliniert. Der BVB konnte sich ein Übergewicht an Torchancen erspielen. Doch erst in der 77. Spielminute erlöste Robert Lewandowski die BVB-Anhänger. Nach einer Ecke konnten die Bayern den Ball zunächst klären, der genau vor die Füße von Kevin Großkreutz fiel. Der Ur-Dortmunder fackelte nicht lange und zog per Volleyabnahme ab. Der mit dem Rücken zum Tor stehende Pole gab dem Ball einen Stupser mit der Hacke, sodass Manuel Neuer den Ball nicht mehr abwehren konnte.



Nun nahm das Drama seinen Lauf. Der Rekordmeister stand mit dem Rücken zur Wand und suchte nun sein Glück in wütenden Angriffen. Robben drang in den Strafraum ein, Weidenfeller stürzte ihm überflüssigerweise entgegen. Der Niederländer sagte danke, fädelte ein und fiel. Schiedsrichter Knut Kircher zeigte natürlich auf den Punkt (83.). Der "Fliegende Holländer" hatte die Chance, die Meisterschaft wieder offen zu gestalten. Doch der Gefoulte verschoss den Elfmeter oder anders: Weidenfeller hielt den Ball. Der BVB-Schlussmann spekulierte richtig und entschied sich für die – vom Torhüter aus – linke Ecke. Aufgrund des zweifelhaften Strafstoßes lief Neven Subotic zu Robben und geigte ihm die Meinung – Bilder, die um die Welt gingen.

Der Rest ist Geschichte! Der BVB verteidigte nicht nur den Titel, sondern gewann anschließend auch noch das DFB-Pokalfinale mit 5:2. Mann des Abends: Hattrick-Schütze Robert Lewandowski. Für den BVB war es der erste Doublesieg in der Vereinsgeschichte. Für Bayern der Höhepunkt der Nadelstiche aus Westfalen!

27.07.2013 – Revanche für Wembley

Nach der knappen wie ärgerlichen Niederlage im Champions-League-Finale saß der Stachel beim BVB noch lange recht tief. Aufgrund des Regelwerks hatten die Dortmunder kurz vor Saisonbeginn jedoch die Möglichkeit, den „Triple-Sieger“ zum Duell im DFB-Supercup zu bitten. Die scheinbar übermächtigen Bayern reisten mit ihrem neuen Star-Trainer Pep Guardiola und breiten Muskeln an. Doch es kam anders, ganz anders. Im Westfalenstadion gab der BVB von Beginn an Vollgas. In der 6. Spielminute patzte Keeper Tom Starke beim Herauslaufen, sodass Marco Reus per Kopf die Führung besorgen konnte.

Doch erst in der zweiten Hälfte zappelte der Ball wieder im Netz. Die Roten erhöhten den Druck und kamen durch den „CL-Helden“ Robben zum Ausgleich (54.). Doch nur zwei Minuten später überschlugen sich die Ereignisse. Nach Flanke von Ilkay Gündogan beförderte Abwehrmann Buyten den Ball in den eigenen Kasten.

Der Torjubel war noch gar nicht richtig ausgeklungen, da feierte die Südtribüne erneut. Nach einem schönen Sololauf quer über das Feld stoppte Gündogan den Ball kurz vor dem Strafraum und schlenzte das Leder ins lange Eck (57.). Der Rekordmeister kam in Person von Robben erneut bis auf ein Tor heran (64.), doch der BVB ließ an diesem Abend nichts mehr anbrennen.

Im eigenen Stadion konterten die Dortmunder die Süddeutschen aus. Lewy behauptete das Leder im Mittelfeld und schickte den eingewechselten Aubameyang  in Richtung gegnerisches Tor. Der Flügelblitz bewies Übersicht und legte auf den mitgelaufenen Reus ab, der mühelos zum 4:2-Endstand einschob. Der BVB wurde erstmals nach 1996 wieder – offiziell – Supercupsieger.



23.11.2013 – Final Countdown

Das war nicht nur ein Endergebnis, sondern auch der herausgearbeitete und praktizierte Schlüssel für den Erfolg über die von ihren Anhängern gern als „Superbayern“ gerufenen Akteure, vergleichbar etwa mit der beinahe vollständigen Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Nicht nur für BVB -Präsident Reinhard Rauball hat diese Partie einen vorentscheidenden" Charakter ("Es ist die wichtigste Woche in dieser Halbserie"). Denn bereits am Dienstag darauf folgt die vorentscheidende Champions-League- Partie gegen den SSC Neapel. Grund genug, das neuere Erfolgskapitel gegen die Süddeutschen um eine weitere Geschichte zu bereichern.

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailArthur Makiela und Holger W. Sitter – 20.11.2013

Öffnet externen Link in neuem FensterZur Einstimmung: Tony Mono

 



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