'Der Held von Auxerre' wird 40 - herzlichen Glückwunsch, Stefan Klos!

Mit 18 Jahren kam der am 16. August 1971 in Dortmund geborene Stefan Klos zum BVB. Ein echter Dortmunder Junge. Das Eigengewächs der Borussia stand als Jugendspieler bei der TuS Eving-Lindenhorst und Eintracht Dortmund zwischen den Pfosten. Mit 182 cm wirkte Stefan – den seine Fans und Freunde „Stoffel“ riefen – für einen Torwart etwas klein, doch sein Können ein Spiel zu lesen wie auch seine Reflexe auf der Linie machten ihn nicht nur zum Jugend- und Junioren-Nationalspieler (17 Einsätze), sondern führten auch zur Berufung ins Olympiateam 1992. Sein Bundesligadebüt für den BVB ist mit dem 28. Spieltag der Saison 1991/1992 in die Annalen eingegangen. Stammtorwart Teddy de Beer hatte sich verletzt. Stefan nutzte seine Chance und Trainer Ottmar Hitzfeld ernannte ihn am 6. September 1991 im Spiel gegen den 1. FC Köln zur „Nr. 1“ im Borussentor.
Stefan galt in seiner Zeit als ein moderner Torwart, der fußballerisch so sicher war, dass er aktiv auch außerhalb des Strafraumes am Spiel teilnehmen und wie ein zweiter Libero agieren konnte. 254 mal stand Stefan „Stoffel“ Klos von 1991 bis 1998 zwischen den Pfosten der Schwarzgelben und kann in dieser Zeit auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken:
  • Deutscher Vizemeister 1992
  • UEFA-Cupfinale 1993 verloren gegen Juventus Turin (1:3 und 0:3)
  • UEFA-Pokal-Halbfinale 1995 gegen Juventus Turin (2:2 und 1:2)
  • Deutscher Meister 1995 und 1996
  • DFB-Super-Cup-Sieger 1995 und 1996
  • Champions-League-Sieger 1997 (3:1 gegen Juventus Turin
  • Weltpokalsieger 1997 (2:0 gegen Cruzeiro Belo Horizonte in Tokio
  • Champios-League-Halbfinale 1998 verloren gegen Real Madrid (0:2)
Stefan Klos verließ den BVB im Dezember 1998 und wechselte zu den Glasgow Rangers. Mit ihnen wurde er viermal schottischer Meister und je dreimal schottischer Pokal- und Liga-Pokal-Sieger. Nach über acht Jahren beendete er seine Karriere in Glasgow mit einem typischen, trockenem „Stoffel-Grund“: Er wolle nicht weiter im schottischen Regen stehen. Wie auch immer? Ein Daumenbruch verhinderte sein mögliches Debüt in der Deutschen Nationalmannschaft. Als dritter Torwart für die Fußball-Europameisterschaft 1996 in England nominiert, musste er passen. Die Fans mochten „Stoffel“ und so mancher erinnert sich noch an den ewigen Zweikampf mit Teddy de Beer,  das bunte „Uhlsport-Trikot“ beim Elfermeterschießen gegen AJ Auxerre und das dann verlorene Uefa-Cup-Finale gegen Juventus. Die Rache dann später im Champions-League-Finale gegen Juve, als er vor allem in der Anfangsphase den BVB im Spiel hielt. Seine gefakten Handschuhe. Seinen einzigen Ausraster wo ihm die Haare zu Berge standen? Dieser Ausraster gegen Stuttgart war cool. Da gibt es eine gute Parodie drauf, von der DSF-Serie "unhaltbar" ("oh manno  der Andi hat gesagt, ich krieg ‘nen Negerkuss..."). Zum Luft anhalten manch seiner „Hopser“-Paraden im Strafraum…  und dann wieder seine Ruhe im Spiel. Ich erinnere mich noch an dieses Ding,  wo er den Ball wegschießt, aber den Gegner direkt am Kopf trifft und der Ball ins Tor fliegt. Auch noch an das Spiel in Duisburg  (33. Spieltag 94/95). Es ging um die Deutsche Meisterschaft. Der MSV führte schon 2:0 mit gütiger Hilfe unseres heutigen Jubilares und hätten nicht „Susi“ per 11er und Stefan Reuter noch zweimal getroffen, wäre Bremen Meister geworden. Glück hat nur der Tüchtige! Manchem Fußballer ist ein Abschied mit der verdienten Aufmerksamkeit vergönnt. Die meisten jedoch sind auf einmal einfach weg. In keinem Moment offenbart sich der brutale Kern des Profisports deutlicher als beim Abschied: Für Meister von gestern bleibt wenig Zeit. Das Publikum und noch mehr die „ööfentliche Meinung“ hat die Augen schon wieder auf den Besten von heute.
Verletzungen zwangen Stefan zum Karriereende. Einmal noch sollte er spielen, im letzten Heimspiel der Rangers. Kurz davor riss im Training etwas im Daumen. So trat er nur kurz auf den Platz und winkte. 50.000 in Ibrox applaudierten stehend und entrollten ein Plakat. Dort stand auf Deutsch: "Stefan Klos ist wunderbar". Wir wissen, Stefan Klos erwähnt das Plakat mit keinem Wort, auch nicht wenn  man ihn fragt: Wie war Dein Abschied?
Wir erinnern uns an einen sympathischen Sportsmann – zurückhaltend und uneitel! Lieber Stefan! Wir – Die Kirsche – und sicher auf diesem Weg auch all Deine Fans wünschen Dir einen stimmungsvollen 40. Geburtstag.  Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailRoland Katzer, 16.08.2011


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