Ehrendes Gedenken zum 90. Geburtstag von unserem „Spinne“ Michallek

Ein Borusse vom Scheitel bis zur Sohle wäre heute 90 Jahre alt geworden. Am 29. August 1922 erblickte Max als echter ‚Dortmunder Jung‘ das Licht der Welt. Leider verstarb er mit 63 Jahren am 7. Juni 1985 viel zu früh. Sein Kämpferherz und seine Liebe zur Borussia aber bleiben unvergessen bis heute.

Von der Jugend an spielte Max Michallek, den sie ob seiner dünnen und langen Beine liebevoll „Die Spinne“ nannten, für die Schwarzgelben. Wurde mit ihnen 1939 Westfalenmeister der A-Jugend, mit einem 4:2 Sieg gegen die „Blauen“. Max steuerte zwei Treffer bei und wurde als bester Spieler geehrt.

Der hochaufgeschossene Kämpfer mit enormen technischen Qualitäten kam mit 16 Jahren zum BVB und mit ihm die Nachwuchstalente „Heinz“ Ruhmhofer, Erwin Halfen und „Pat“ Koschmieder. Mit den Brüdern Werner und Herbert Erdmann begann eine Ära, die die Vormachtstellung der Schalker im Ruhrgebiet ablöste. Als mit Ende des 2. Weltkrieges aus Sicht der Alliierten Borussia Dortmund in „Sportgemeinschaft Borussia von 1898” umbenannt werden sollte, war es unser heutiger Jubilar der mit markigen Worten forderte: „Wenn es keinen BVB mehr gibt haue ich ab!“ – Der BVB blieb und mit ihm startete „Spinne“ in die Premierensaison der Oberliga West 1947 und die Borussen bestiegen endgültig der Fußballthron im Westen, als sie im Westfalenendspiel in Ahlen ein 3:2 gegen die Erfolgsverwöhnten aus der „Glückauf-Kampfbahn“ erzwangen.

Unter den Spielern der damaligen Zeit war Max „Spinne“ Michallek einer der gefürchtetsten Gegner und galt unter den Fachleuten als einer der besten Aktiven auf dem Fußballplatz überhaupt. Man sprach damals vom „magischen Viereck“ (Michallek, Schanko, Erdmann, Preißler) und der modernsten Spielweise der Republik auf Klubebene, die den BVB dann auch 1949 ins Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft brachte. Die "Hitzeschlacht" von Stuttgart - die der VfR Mannheim glücklich mit 3:2 n.V. gewann - ist in die Geschichte eingegangen.

„Spinne“ spielte einen Läufer, der eigentlich seiner Zeit weit voraus war, denn den später kreierten Libero kannte man damals in dieser Form noch nicht. Dennoch erfüllte Max Michallek diese Ansprüche schon damals, lange bevor die 'Jobbeschreibung' ausgeschrieben war. Der technisch überragende Spieleröffner aus der Abwehr wurde nie in die Nationalmannschaft von Sepp Herberger berufen, dies offenbar rein aus menschlicher Abneigung. Man hörte allerdings auch, dass Max nicht länger als zwei Tage von Dortmund weg sein konnte. Doch dies änderte nichts an seiner Wertigkeit im BVB-Dress. Der Publikumsliebling blieb dem BVB bis 1960 treu und war Mitgarant für die zweimalige Meisterschaft 1956 und 1957 (Foto) - die der BVB in den Endspielen mit identischer Aufstellung errang. Mit folgenden Protagonisten: Heinrich Kwiatkowski, Wilhelm Burgsmüller, Herbert Sandmann, Elwin Schlebrowski, Max Michallek, Helmut Bracht, Wolfgang Peters, Alfred Preißler, Alfred Kelbassa, Alfred Niepieklo, Helmut Kapitulski; Trainer Helmut Schneider.

Nach 293 Oberligaspielen und diesen zwei Meisterschaften beendete er seine Laufbahn. Max Michallek kehrte 1972 noch einmal als Trainer zurück zum BVB und trainiert vier Monate die Profis. Leider ohne großen Erfolg, nur zwei Siege gegen die SpVgg Erkenschwick und Schwarz-Weiß Essen fielen in seine Zeit als Interimscoach.

Was seine Verdienste nicht im Geringsten schmälert: Aufgenommen in den 'Walk Of Fame' funkelt in Bronze gegossen der Stern unseres Max „Spinne“ Michallek vor dem Harenberg-City-Center am Königswall 21. Du bleibst immer in unseren Herzen, lieber Max!

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailRoland Katzer, 29. August 2012



Nächstes Spiel: Borussia Dortmund vs. SV Werder Bremen
Aktuelle Infos // Pressekonferenz // Statistik
Copyright 2011 - Gib mich die Kirsche - Das Fußballmagazin aus Dortmund