Amas feiern schmeichelhaftes 3-0

Aus der Roten Erde berichten Kathrin Zolda und Jasmin Lange
Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund konnte im Nachholspiel in der Regionalliga West gegen den Wuppertaler SV nach dem 3-3 in Düsseldorf wieder einen Sieg einfahren und somit in die atemberaubende Siegesstraße zurückkehren. Die Wagner-Elf entschied das Duell durch die Tore von Toptorjäger Terrence Boyd und dem heutigen Doppeltorschützen Mario Vrancic mit 3:0 für sich. Doch war der Sieg in der Höhe am Ende etwas schmeichelhaft, denn sowohl die Reservemannschaft von Borussia Dortmund als auch der Wuppertaler SV lieferten sich ein packendes Duell mit vielen Torchancen auf beiden Seiten.  
Nachdem die Siegesserie gegen Fortuna Düsseldorf II am vergangenen Samstag gerissen war, musste sich der Dritte der Regionalliga West am Dienstagabend mit dem Achtplatzierten Wuppertaler SV messen. Auf Grund der anhaltenden Personalsorgen und dem kleinen „Rückschlag“ mit dem Unentschieden in Düsseldorf waren die Vorzeichen nicht durchweg positiv. Doch blieb man demgegenüber seit acht Spielen ungeschlagen. 
Zum wiederholten Male konnte Kiyan Soltanpour nicht zur Verfügung stehen. Darüber hinaus musste Marvin Bakalorz nach seiner gelb-roten Karte in Düsseldorf ersetzt werden. Zum Glück konnte der Reservecoach von Borussia Dortmund, David Wagner, auf Ivan Paurevic zurückgreifen. Sein Einsatz schien wegen Rückenproblemen lange Zeit gefährdet. Die Torwartfrage wurde mit dem Einsatz von Zlatan Alomerovic beantwortet. Verstärkung gab es auf der linken Abwehrseite durch Chris Löwe, der in der Anfangsformation stand. 
Kurz nach Anpfiff der ersten Halbzeit hatten die Borussen auch schon die erste Möglichkeit durch Terrence Boyd. Dessen Kopfball nach einem von Mario Vrancic hereingegeben Freistoß ging aber nur an den rechten Pfosten. Dies sollte das Startsignal zu einer turbulenten ersten Hälfte sein, in der sich beide Mannschaften viele hochkarätige Torchancen erspielten. Denn im direkten Gegenzug legten auch die Wuppertaler los und kamen zu ihrer ersten Möglichkeit. Der Ball ging aber über das Tor.
Nach einer temporeichen Anfangsphase versuchte der BVB das Spiel etwas zu beruhigen. Der Wuppertaler SV war aber durch seine starken Standards immer brandgefährlich. Die beste Chance vergab Christian Knappmann als er einen Kopfball übers Tor köpfte. Kurze Zeit später erspielte sich wiederum die Wagner-Elf die nächste Möglichkeit. Terrence Boyd konnte den Ball aber nicht per Kopf aufs Tor bringen. 
Ab der 20. Minute sahen die 493 Zuschauer in der altehrwürdigen Roten Erde mehrere stark herausgespielte Chancen der WSV’ler. Doch entweder vergaben sie selbst die Chance oder Borussen-Torwart Zlatan Alomerovic parierte. Die vor ihm stehende Abwehr wackelte ein ums andere Mal. Die Dortmunder versuchten, vor allem mit Soloaktionen von Ensar Baykan und Rico Benatelli ihre Nadelstiche zu setzen. Sie hatten aber in diesen Situationen wenig Glück, da die Abwehr rund um Torwart Semmler den Möglichkeiten Stand hielt. Die beste Möglichkeit vergab wiederum Terrence Boyd, der einen tollen Abschluss zwar aufs Tor brachte, jedoch nicht an Semmler vorbei kam. 
Nach der nächsten Großchance für die Wuppertaler durch Landers, der freistehend vor Zlatan Alomerovic die Kugel übers Tor drosch, plätscherte die Partie etwas dahin. Zeit, um die stimmgewaltigen mitgereisten Anhänger aus Wuppertal zu erwähnen, die ihre Mannschaft die gesamten 90 Minuten versuchten nach vorne zu pushen. Auf Grund der DFB-Pokal-Partie der ersten Mannschaft von Borussia Dortmund in Fürth waren nur wenige Anfeuerungsrufe auf Dortmunder Seite zu hören. 
Die nächste Möglichkeit in Führung zu gehen, hatten wiederum die Gäste aus Wuppertal in der 33. Minute. Aber auch hier war auf den Torwart der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund Verlass. Er konnte mit einem hervorragenden Reflex den Rückstand verhindern. Als nächstes verstolperte nach einem tollen Solo von Ensar Baykan in der 40. Minute Rico Benatelli aus erstklassiger Schussmöglichkeit den Ball leichtfertig. 
Vor allem zum Ende der ersten Hälfte leistete sich die Elf von David Wagner einige gefährliche Fehlpässe in der eigenen Hälfte. Zum Glück konnte der Wuppertaler SV kein Kapital daraus schlagen. Anfälligkeiten offenbarte die Abwehrreihe der Schwarzgelben vor allem bei Standardsituationen des WSV. Nach einem chancenreichen Spiel pfiff Schiedsrichter Daniel Briehl mit einer Verspätung von einer Minute zur Halbzeit. Die Mannschaften mussten sich mit einem 0:0 zufrieden geben. 
Die Gäste kamen weitaus besser wieder aus der Kabine zurück als die Reserve von Borussia Dortmund. Die ersten Minuten nach Wiederanpfiff hatten die WSV’ler eine Reihe von Möglichkeiten durch Landers, Quotschalla und Knappmann. Aber wie im ersten Durchgang stand Zlatan Alomerovic auf seinem Posten und hielt die Borussia im Spiel. 
Wie aus dem Nichts fiel dann das Tor für die Wagner-Elf! Nach toller Vorarbeit von Ensar Baykan lenkte Terrence Boyd den Ball sehenswert und unhaltbar mit dem Außenrist in den Kasten von Semmler. Der Rückstand schien dem Wuppertaler SV jedoch nicht viel auszumachen. Sie erspielten sich weiterhin gute Möglichkeiten. 
Nachdem der Wuppertaler Daniel Flottmann in einem Zweikampf aus Sicht des Schiedsrichtergespanns nachtrat, durfte er folgerichtig in der 73. Minute den Platz verlassen. Etwas mehr als eine Viertelstunde konnte nun die Wagner-Elf mit einem Tor Vorsprung und einem Mann mehr auf dem Platz angehen. Und sie versuchten auch sofort, Kapital daraus zu schlagen. Keine zwei Minuten nach der Herausstellung von Flottmann hatte Jonas Hofman das 2:0 auf dem Fuß. Er konnte den Ball im Strafraum aber nicht entscheidend kontrollieren und schoss ihn schlussendlich weit am Tor vorbei. 
Der Wuppertaler SV dachte aber gar nicht daran aufzustecken und blieb während der restlichen Zeit durch seine Standards gefährlich. Doch fanden sie spätestens durch Zlatan Alomerovic immer ihren Meister an diesem Abend. In der 89. Minute dann ein Pfiff – Elfmeter für den BVB! Der gefoulte Mario Vrancic verwandelte den Elfmeter sicher zum vorentscheidenden 2:0. Den Schlusspunkt setzte wiederum Mario Vrancic, als er in der Nachspielzeit den Wuppertaler Keeper Semmler mit einem direkt verwandelten Freistoß überraschte.
Das 3:0 des BVB II fiel in der Höhe, insbesondere durch die guten Möglichkeiten der Wuppertaler in beiden Halbzeiten, zu deutlich aus, was der Freude der Borussen natürlich keinen Abbruch tat. Damit bleibt die Regionalliga-Mannschaft des BVB auch im neunten Spiel ungeschlagen und kann mit nun 47 Punkten dem nächsten Heimspiel am Samstag gegen Fortuna Köln entgegenfiebern. Es bleibt abzuwarten, ob sie den Rückstand auf die Sportfreunde Lotte und Mönchengladbach II weiter verringern können.
Trainerstimmen Hans-Günter Bruns: Vorab möchte ich sagen, dass es unfassbar ist, dass wir das Spiel heute 3:0 verloren haben. Und das meine ich rein vom Ergebnis her. Aus meiner Sicht spiegelt das Ergebnis ist keinster Weise den Spielverlauf wieder. Beide Mannschaften haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. Es gab ein ständiges hin und her. Auf Grund der vielen Torchancen hätte es zur Halbzeit auch gut 3:3 oder 4:4 stehen können. Und gerade dann zu Beginn der zweiten Hallzeit, als wir meinten wir bekämen das Spiel jetzt in den Griff kassierten wir mit der ersten Aktion des BVB das 1:0. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten wir zwei super Möglichkeiten um selbst in Führung zu gehen. Unterm Strich geht der Sieg, wenn auch nicht in der Höhe, aber für den BVB in Ordnung. Trotzdem ist das natürlich bitter und enttäuschend für uns. In der Unterzahl taten wir uns dann schwer gegen eine spielstarke Mannschaft. Meine Jungs haben hier aber eine lange Zeit alles probiert. Wenn man selbst keine Tore schießt, dann kann man auch kein Spiel gewinnen. Leider hat sich der Spruch aus unserer Sicht heute bewahrheitet.  David Wagner: Ich denke, wir haben insbesondere in der ersten Halbzeit von beiden Mannschaften ein richtig gutes Regionalligaspiel gesehen. Es wurde versucht ordentlich und gradlinig nach vorne zu spielen. Ich muss allerdings sagen, dass wir nicht so gut verteidigt haben, wie ich es mir erhofft hatte. In der Vergangenheit habe ich unser Abwehrverhalten schon deutlich besser gesehen. Aus dem Spielverlauf hatte Wuppertal zwei glasklare Chancen. Darüber hinaus auch durch Standardsituationen. Dass es heute schwer werden würde war uns auch bereits im Vorfeld klar. Wegen der Verletzungsproblematik können wir zur Zeit nicht unsere Kopfballstärksten Spielern einsetzen. Dementsprechend hatten wir mit Problemen bei den Standards gerechnet. Das hat man auch während des Gesamten Spiels deutlich gesehen. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr ganz so griffig und erzielen aber dennoch ein glückliches Tor. Das steht außer Frage. Wie die Jungs das dann aber runtergespielt haben war unglaublich. Und deswegen bekommen sie auch meinen höchsten Respekt. Das Resultat ist sicherlich ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen.  Allerdings bin ich richtig stolz auf die Jungs, wie sie im dritten Spiel innerhalb von neun Tagen wieder marschiert sind. Wir haben zu Null gespielt, also ist aus meiner Sicht alles gut. Interview Zlatan Alomerovic Zlatan- zuerst Glückwunsch zum 3:0 Sieg über den Wuppertaler SV. Wie hast Du heute euer Spiel gesehen? War der Sieg verdient? Was soll ich sagen? Wer die Tore schießt gewinnt aus meiner Sicht immer verdient. Wir haben unseren Job vor allem in der ersten Halbzeit bei den Standards erledigt. Ich finde wir haben insgesamt wenige Standards zugelassen und diese dann aber gut verteidigt. Ganz aus dem Spiel kann man viele großgewachsene Spieler nicht nehmen. Die haben ja alleine 6 Spieler über 1,80m. In der zweiten Halbzeit wurde es nach dem 1:0 etwas hektisch. Aber wir sind trotz der Personalmisere auf einem guten Weg. Stichwort Rotation. Heute warst Du wieder zwischen den Pfosten. Du hast ein tolles Spiel gemacht. Nervt dich das, wenn der Trainer dich auf Grund der Rotation wieder aus dem Spiel nimmt? Oder packt dich umso mehr der Ehrgeiz  eine tolle Leistung abrufen zu wollen? Natürlich ist es ärgerlich, wenn du zwei gute Spiele machst und dann findest du dich im nächsten Spiel auf der Tribüne wieder. Kein Sportler will das. Ich natürlich genauso wenig. Aber wenn ich dann meine Chance bekomme und mir der Trainer das Vertrauen schenkt, dann möchte ich einfach der Mannschaft helfen. Und meinen Beitrag dazuleisten, dass wir gewinnen. Rechnet Ihr euch nach diesem Sieg heute noch etwas nach oben hin aus? Wir müssen gar nicht nach oben schauen, sondern „einfach“ unsere Spiele gewinnen. Der Erfolg ist dann ja da. Nach sieben in Folge gewonnenen Spielen, dem Unentschieden am letzten Samstag und dem wichtigen Sieg heute zeigt die Mannschaft was in ihr steckt.  Wir wollen jetzt die nächsten drei Punkte am Samstag gegen Fortuna Köln holen. Statistik
Borussia Dortmund II: Alomerovic - Fring, Terzic, Paurevic, Löwe (58. Unzola) - Benatelli, Vrancic - Baykan (81. Ducksch), J. Hofmann, Schnier (89. Gasecki) - Boyd.
Wuppertaler SV Borussia: Semmler - El Hammouchi, Fleßers, Schlieter, Flottmann - Landers (83. J. Zimmermann), Zieba (76. Baltes), Haas (70. B. Abelski), Moosmayer - Quotschalla, Knappmann.
Tore: 1:0 Boyd (56.), 2:0 Vrancic (88. Foulelfmeter), 3:0 Vrancic (90.).
Rote Karten: Flottmann (73. Nachtreten).
Zuschauer: 493
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailKathrin Zolda, Jasmin Lange (Fotos), 20.03.2012


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